"Körpersprache. Wirkt." von Monika Matschnig

Wenn der Gesprächspartner mit der Hand am Hals rumspielt und anfängt, imaginäre Krümmel vom Tisch zu wischen, sollten bei uns allen die Alarmglocken klingeln. Denn das Gegenüber ist nervös! Genauso bei offensichtlich juckendem Riechorgan: Muss sich jemand ständig an der Nase kratzen, sprechen alle Indizien fürs Lügen. Wer solche Körpersignale zu deuten weiß und die Kontrolle über die eigenen erlangt, dem attestiert Monika Matschnig in ihrem Gratis-E-Book Körpersprache. Wirkt. einen echten Vorteil in jedem Gespräch. Lesen Sie im folgenden Auszug, wie Sie grundsätzliche Signale ihres Gegenübers erkennen und entschlüsseln können.

Der erste Faktor: Erkennen Sie die Baseline

Was ist eine Baseline? Dazu möchte ich Ihnen ein kurzes Beispiel geben. Vor einigen Jahren nahm ich am Briefing für eine Führungskräftetagung in einem Pharmakonzern teil. Ich saß dem Geschäftsführer gegenüber und bemerkte, dass er sich während seiner Ausführungen ständig an die Nase fasste. Schnell war mir klar, dass er weder schwindelte noch gestresst war. Es handelte sich einfach nur um seine persönliche Baseline – sein normales Verhalten.

Jeder Mensch verfügt über eine individuelle Körpersprache. Denken Sie nur an die klassische Haltung von Angela Merkel. Merkel zeigt sehr häufig ihre berühmte »Raute« – sie legt vor dem Bauch ihre Fingerspitzen gegeneinander. Diese Geste wurde oft genug von den Medien in die Mangel genommen. Was wurde nicht schon alles hineininterpretiert: Abwehr, Blockade, Unsicherheit. Ja, die Vermutungen reichten bis hin zur Kamasutra-Haltung – kein Witz. Meine Interpretation dazu lautet: Diese Geste bedeutet NICHTS. Sie ist eine reine Gewohnheit, die zu Angela Merkel gehört: ihre persönliche Baseline.

Tipp: Typisches identifizieren!

Jeder Mensch ist einzigartig und zeigt daher auch ein persönliches körpersprachliches Muster. Identifizieren Sie die persönliche Baseline Ihres Gesprächspartners. Beobachten – das ist die Basis, um Verhaltensänderungen leichter wahrzunehmen. Prägen Sie sich Mimik, Körperhaltung, Armbewegungen, Stand, Sitzhaltung und allgemeine körpersprachliche Ausdrücke ein, die typisch für diese Person sind.

Verändert sich während des Gesprächs die entschlüsselte Baseline, dann sollten Sie aufmerksam sein. Hat Ihr Gegenüber zum Beispiel seine Aussagen immer stark mit den Händen untermalt und plötzlich bemerken Sie keine Gesten mehr, kann das auf eine wachsende Anspannung deuten.

Der zweite Faktor: Beachten Sie immer mehrere Signale und erkennen Sie das Cluster

Verschränkte Arme bedeuten Desinteresse. Greift sich jemand an die Nase, dann lügt er. Zeigt er mit dem Zeigefinger, dann droht er. Doch das ist zu einfach gedacht. Merken Sie sich: Ein einziges Signal hat keine Aussagekraft. Ebenso wenig, wie sich aus einem Wort der Inhalt eines Satzes herauskristallisieren lässt. Signale müssen häufiger oder in Kombination mit anderen auftreten. Nur weil sich jemand kurz mit der Hand vor den Mund fährt, heißt das nicht, dass er etwas verheimlichen möchte.

Echtes Interesse zeigt sich beispielsweise darin, dass Ihr Gegenüber seine Augenbrauen immer wieder leicht nach oben zieht, Ihnen ständigen Blickkontakt schenkt und sich Ihnen mit dem ganzen Körper zuwendet, während seine Mimik dabei entspannt wirkt. Beobachten Sie jedoch in einem Meeting, dass der Kunde häufiger auf die Uhr oder zur Tür blickt, auf der Stuhlkante sitzt, den Oberkörper von Ihnen abwendet und mit der Fußspitze schon Richtung Tür wippt, sind auch diese Signale relativ deutlich. Lassen Sie ihn gehen, er hat offensichtlich kein Interesse oder keine Zeit mehr.

Tipp: Cluster identifizieren

Achten Sie immer auf sogenannte Cluster. Das sind Ansammlungen von verschiedenen Gesten, Gesichtsausdrücken und Bewegungen. Erst dann können wir die Körpersprache unseres Gegenübers angemessen entschlüsseln.

Die Autorin

Monika Matschnig lebt, was sie lehrt. Die ehemalige Leistungssportlerin und diplomierte Psychologin ist seit über fünfzehn Jahren mit ihrem Unternehmen "Wirkung. Immer. Überall" als führende Expertin für Körpersprache und Wirkungskompetenz international erfolgreich und wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Sie hält mehr als 100 Vorträge pro Jahr und veranstaltet Seminare für mehr Wirkung. In ihren Seminaren sorgt sie dafür, dass jeder mit seinem Auftritt brilliert. Sie überzeugt durch ihre Eloquenz, durch innovative Didaktik und nicht zuletzt durch fundiertes Fachwissen. Sie doziert an mehreren Universitäten und ist gern gesehener Gast in TV-Talkrunden: Ihre pointierten Analysen von Prominenten, Politikern und Entscheidungsträgern werden geschätzt und zugleich gefürchtet. Zu Ihren Kunden zählen Unternehmen, Manager, Führungskräfte und alle, die ihre Wirkung verbessern müssen.