Verblüffend einfach Ziele erreichen: Der 6-W-Fragen-Trick

Warum setzen wir uns überhaupt große Ziele? Es sind unsere Bedürfnisse, die uns durchs Leben lenken und die wir mit unseren Zielen befriedigen wollen. Dafür nehmen wir selbst weite, manchmal aussichtslos anstrengende und riskante Wege auf uns. Wir besteigen die höchsten Berge, durchqueren die größten Wüsten und überwinden die tiefsten Ozeane. Wir machen das, weil wir uns von niemandem die Sehnsucht, die Leidenschaft und die Hoffnung nehmen lassen, nach den Sternen zu greifen. Wie schaffen Menschen das? Wie erreichen wir unsere Herzensziele? Antworten gibt Hans-Georg Willmann in seinem brandneuen Titel Verblüffend einfach Ziele erreichen.

1. Sortieren

„Sechs ehrliche Diener habe ich. Sie lehrten mich was ich kann. Sie heißen was und wie und wo. Sie heißen warum und wer und wann.“ (Joseph Rudyard Kipling)

Wenn man sich, wie man das als Coach ja macht, mit Leuten über deren Ziele und über Zielerreichung unterhält, dann fällt einem auf, dass Menschen oft eine Vorstellung davon haben, was sie erreichen wollen, aber selten genau wissen, wie sie es tatsächlich erreichen können. Als Coach spreche ich mit Unternehmern und Freiberuflern, mit Managern, Sachbearbeitern und Abenteurern, mit Künstlern, Entwicklungshelfern und Privatiers. Darunter sind Frauen und Männer von twenty-something bis 50plus – und Menschen aus vielen Ländern dieser Welt. Wenn wir über deren Ziele reden, erscheint das erreichte Ziel bei fast allen schön und einfach vor Augen. Zum Beispiel das fertige Buch, das wir noch schreiben wollen, die florierende Firma, die wir noch aufbauen wollen, der Mastertitel oder die Managerposition, die wir noch erreichen wollen oder das Jahr in Neuseeland, das wir noch realisieren wollen. Geht es jedoch an die Umsetzung, an den Weg zum Ziel und daran, die Gedanken zu strukturieren, die Entscheidungen zu treffen und die entsprechenden Dinge zu machen, wird es auf einmal komplex und oft unklar. Im Coachinggespräch vereinfachen wir dann erst einmal. Wir reduzieren die Komplexität indem wir anfangen, zu sortieren. Das geht ganz gut mit einem simplen Trick:

Der 6-W-Fragen-Trick

Was will ich erreichen – was ist mein Ziel? Warum will ich das erreichen – welches Bedürfnis steht hinter meinem Ziel? Wann fange ich damit an? Wie will ich dabei vorgehen? Wo sehe ich Hindernisse auf dem Weg zum Ziel? Wer kann mir dabei helfen mein Ziel zu erreichen? Diese sechs einfachen W-Fragen können wir zu unseren ständigen Begleitern machen. Immer dann, wenn wir in eine schwierige Situation geraten, können wir sie als Vereinfachungshelfer nutzen, um Orientierung und mehr Klarheit auf dem Weg zu unseren Zielen zu bekommen.

Der Sechs-W-Fragen-Trick:

1. Was will ich erreichen?

2. Warum will ich das erreichen?

3. Wann will ich damit anfangen?

4. Wie will ich es machen?

5. Wo sehe ich Hindernisse?

6. Wer kann mir dabei helfen?

Die stärkste Frage unter den sechs ist ...

... die Frage nach dem Warum. Warum wollen wir ein Ziel erreichen? Interessant ist, dass wir im Alltag wenig über das Warum reden, aber sehr viel über unsere Ziele. „Was ist Dein Urlaubsziel?“ „Was ist Dein Karriereziel?“ „Was ist Dein Jahresziel?“ „Was ist Dein Gehaltsziel?“ „Was, was, was, ...?“ Dabei sind die Ziele, die wir uns setzen nichts anderes als die sichtbare Oberfläche unserer Bedürfnisse. Die Energie, uns für ein Ziel anzustrengen und etwas zu riskieren, entsteht immer und ausschließlich aus dem Wunsch heraus, unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn wir uns beispielsweise eine Gehaltserhöhung zum Ziel setzen, kann dahinter das Bedürfnis nach mehr Sicherheit oder nach mehr Anerkennung oder nach Gerechtigkeit stehen. Setzen wir uns zum Ziel, einen Marathon zu laufen, steht dahinter vielleicht das Bedürfnis, uns selbst und eventuell auch anderen zu beweisen, dass wir willensstark genug sind, um zu trainieren und die 42,195 Kilometer-Strecke zu schaffen. Am Anfang steht immer ein Bedürfnis, dann erst kommt das Ziel. Deshalb geht es eigentlich nie um die Ziele selbst, die wir glauben erreichen zu wollen oder um die Dinge, die wir glauben haben zu wollen oder tun zu müssen. Es geht immer darum, ein Bedürfnisdefizit aufzulösen. Ansonsten würden wir uns keine Ziele setzen. Auch unsere Vorfahren haben sich nicht einfach so das Ziel gesetzt, ein Mammut zu jagen. Am Anfang stand das Grundbedürfnis, etwas zwischen den Zähnen zu haben, das Überleben der Gruppe zu sichern. Die Energie für die Anstrengung und das Risiko der Jagd kam aus dem Wunsch heraus, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Die Frage, was wir wirklich wollen, ist untrennbar mit der Frage, warum wir das wollen, verbunden. Wenn wir unser Warum, unsere Bedürfnisse hinter dem Was kennen, finden wir unseren Weg und behalten unsere Ziele leichter im Auge. Im Coachinggespräch frage ich die Leute deshalb oft ausgiebig nach dem Warum und rufe so den eigentlichen Impuls, den ursprünglichen Auslöser und das Bedürfnis hinter dem Ziel wieder in Erinnerung. (...)

Wenn wir unsere Bedürfnisse kennen, finden wir einen Weg

Die menschlichen Grundbedürfnisse ähneln sich. Wir alle müssen essen, trinken und schlafen und wir alle wünschen uns Sicherheit und Schutz. Wir haben den Wunsch, mit anderen Menschen verbunden zu sein, aber auch das Bedürfnis, zu wachsen, unabhängig und erfolgreich zu leben. Und wir wollen Einfluss nehmen auf unsere Lebensumstände. Spannend ist, dass die Ziele, über die sich unsere Bedürfnisse ausdrücken ganz unterschiedlich sein können – abhängig von unserer Bereitschaft, unseren Fähigkeiten und unseren Möglichkeiten, ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Nicht jeder kann immer alles überall erreichen. Aber wenn wir unsere Bedürfnisse kennen, finden wir einen Weg. Denken wir nur an Karl May, der lange Jahre seines Lebens aufgrund von Gaunereien im Gefängnis saß und sein Bedürfnis nach Freiheit nicht etwa selbst auf Reisen, sondern in seiner Phantasie als Autor von Reiseerzählungen und Abenteuerromanen auslebte. Legendär seine Geschichten um den Indianer Winnetou. Karl May ist einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller mit einer weltweiten Auflage von über 200 Millionen.

Unsere Ziele können wir uns aussuchen - unsere Bedürfnisse nicht!

Es lohnt sich einmal innezuhalten und sich zu fragen, welche Bedürfnisse wir mit unseren Zielen befriedigen wollen und welche Ziele zu unseren Bedürfnissen passen. Denn unsere Ziele können wir uns aussuchen. Unsere Bedürfnisse nicht. Vorhaben, die nicht zu unseren Bedürfnissen passen, sollten wir gleich lassen. Wir verfolgen zu oft Ziele, die uns eigentlich nichts bedeuten, um Leute zu beeindrucken, die wir eigentlich nicht mögen und vergeuden damit Zeit und Energie, die wir nicht haben. Wenn wir uns auf das konzentrieren, was wir von ganzem Herzen erreichen wollen, wenn wir nach den Sternen greifen auch wenn wir vielleicht nur den Mond erreichen, dann wird Vieles viel einfacher. Dann sind wir auf einmal ganz dicht dran an unseren Bedürfnissen, an unserer Energiequelle. Und dann haben wir den Mut und die Kraft und die Ausdauer, auch "Ummögliches" zu erreichen. Probieren wir es aus. Sortieren wir die Dinge und fragen uns nach unserem Warum. So finden wir heraus, was wir wirklich wollen, bekommen Zielklarheit und es gelingt uns leichter, einen Weg zu finden und unsere Herzensziele im Auge zu behalten.

Sie wollen wissen, wie die übrigen zehn Tricks lauten, mit denen Sie Verblüffend einfach Ziele erreichenDas gleichnamige Buch ist ab sofort im Handel erhältlich.

Der Autor:

Hans-Georg Willmann, Jahrgang 1968, ist Coach aus Leidenschaft. Als Experte für Willenskraft und Zielerreichung begleitet er Menschen dabei, den eigenen Weg zu gehen. Seine Mission: Menschen weiterbringen. Sein eigener Weg führte ihn durch viele Länder dieser Welt. Mehr als vier Jahre lang reiste er mit dem Motorrad durch die Wüstenstaaten Afrikas und durchs Outback Australiens. Mit dem Rucksack durch Südostasien und den Südwesten der USA. Mit dem Fahrrad, zu Fuß, per Anhalter, Bus und Bahn durch ganz Europa. 2016 entschied er sich gemeinsam mit seiner Frau dazu, eine Zeit lang in Australien zu leben und zu arbeiten.
Willmann gründete 2003 sein eigenes Unternehmen für Personalberatung & Coaching. Der Diplom-Psychologe und zertifizierte Coach (Berufsverband Deutscher Psychologen) ist Autor zahlreicher Erfolgsratgeber.