Ziele richtig definieren – das allein ist schon eine große Herausforderung!

Von Anke Fehring (Wer Ziele hat, kommt an)

Nicht umsonst gibt es unendlich viele Theorien und umfangreiche Literatur zum Thema Zielsetzung.

In meinem neuen Buch lege ich den Fokus vor allem auf drei Aspekte der Zieldefinition, die nach meiner Erfahrung am wichtigsten sind für die Definition Ihrer ganz persönlichen Ziele:

Haben Sie Ihre Ziele klar formuliert?

Wir neigen zu Wischi-Waschi-Zielen wie „mehr Zeit mit der Familie“, „mehr Geld verdienen“, „abnehmen“, „mehr Bücher lesen“ und so weiter. Warum? Weil es dann nicht so auffällt, wenn wir unser Ziel nicht erreichen. Schließlich war es von Anfang an nicht so klar formuliert.

Klare Ziele haben etwas Bedingungsloses: Entweder wir erreichen sie oder nicht. Klare Ziele kennen keine Hintertüren. Und das kann beängstigend sein.

Haben Sie trotzdem Mut zu konkreten Zielen! „Drei Nachmittage die Woche und ein Tag am Wochenende ohne Arbeit (Handy/Laptop)“, „5.000 EUR/Monat netto verdienen“, „60 kg wiegen“, „zwei Bücher im Monat lesen“! Je klarer die Ziele desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sie erreichen werden.

Haben Sie es selbst in der Hand, Ihr Ziel zu erreichen?

Selbst wenn Sie ein Ziel unbedingt selbst erreichen WOLLEN, heißt das nicht zwingend, dass es tatsächlich in Ihrer Macht steht, es zu erreichen. Stellen Sie sich vor, Sie sind Profi-Sportler und setzen sich das Ziel, die Goldmedaille im 100-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen zu gewinnen. Was haben Sie dabei selbst in der Hand? Sie können sich optimal vorbereiten, mental und physisch. Sie können dafür sorgen, dass Sie am Wettkampftag in Topform an den Start gehen und im Lauf Ihre Topleistung abrufen. Und trotzdem haben Sie keinen Einfluss darauf, ob auf den anderen Bahnen jemand noch schneller läuft als Sie. Ob Sie am Ende Ihr Ziel erreichen und Ihnen die Goldmedaille um den Hals hängt, liegt nur zu einem Bruchteil in Ihrer Macht. Wäre diese Erkenntnis Grund genug, sich dieses Ziel nicht zu setzen und gar nicht erst anzutreten?

Ihre Beförderung, Ihr Kinderwunsch, Ihren Traumjob finden – all das haben Sie nicht zu 100 Prozent in der Hand. Das darf aber keine Ausrede sein, Ihre Ziele gänzlich zu vernachlässigen und gar nicht erst loszulaufen! Und trotzdem ist es hilfreich, wenn Sie sich bewusstmachen, welchen Teil Ihres Ziels Sie selbst in der Hand haben. Denn das ist der Teil, auf den Sie sich fokussieren sollten. Wenn Sie sich stattdessen auf den Teil konzentrieren, den Sie nicht in der Hand haben, verkrampfen Sie und erreichen Ihr Ziel höchstwahrscheinlich nicht.

Die Grundvoraussetzung und damit den wichtigsten Aspekt bei der Definition IHRER Ziele liefert aber folgende Fragestellung:

Sind Ihre Ziele authentisch?

Ihre Ziele sind dann authentisch, wenn sie aus Ihren ureigenen Werten, Motiven, Bedürfnissen, Wünschen und Träumen entstehen. Nur dann werden Sie wirklich motiviert sein, diese Ziele auch umzusetzen! Es ist ein großer Unterschied, ob Sie ein Ziel wirklich erreichen WOLLEN, oder ob Sie nur das Gefühl haben, dass es von Ihnen erwartet wird, Sie dieses Ziel also erreichen SOLLEN. (…)

Die Authentizität Ihrer Ziele ist nicht nur der wichtigste, er ist in meinen Augen auch häufig der schwierigste Teil der Ziel-Definition. Denn wir sind in allen Bereichen unseres Lebens so sehr daran gewöhnt, uns an dem SOLLEN zu orientieren, dass wir Probleme haben, unsere ureigenen Bedürfnisse, Wünsche und damit auch unsere Ziele zu finden.

Was Sie noch brauchen, um Ihre Ziele zu erreichen? Anke Fehring verrät es Ihnen in Wer Ziele hat, kommt an.

Die Autorin

Ob am Anfang ihrer Karriere oder vor wichtigen Lebensentscheidungen – junge Menschen suchen ebenso Rat bei Anke Fehring wie Führungspersönlichkeiten aus Kultur, Sport und Wirtschaft. In Einzel-Coachings und mithilfe von eigens entwickelten Selbstcoaching-Programmen berät sie ihre Klienten in deutscher und englischer Sprache. Für ihre Arbeit als Coach absolvierte Anke Fehring eine Managementtrainer-Ausbildung an der Universität zu Köln sowie eine Ausbildung zum Personal und Business Coach. Es folgten zahlreiche Weiterbildungen und Seminare im In- und Ausland – zum Enneagramm, Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) und vielem mehr.