Neues Jahr – gute Vorsätze?

Pünktlich zum Jahreswechsel möchten vier Autoren aus unserem Verlag Ihnen ihre besten Tipps fürs Anfangen, Durchhalten und Ziele erreichen mit auf den Weg geben, damit Ihr Jahr 2018 auch garantiert zum Erfolg wird. 

"Verblüffend einfach Ziele erreichen" mit Hans-Georg Willmann

Wenn man sich, wie man das als Coach ja macht, mit Leuten über deren Ziele und über Zielerreichung unterhält, dann fällt einem auf, dass wir Menschen oft eine Vorstellung davon haben, was wir erreichen wollen, aber selten genau wissen, wie wir es tatsächlich erreichen können. Als Coach spreche ich mit Unternehmern und Freiberuflern, mit Managern, Sachbearbeitern und Abenteurern, mit Künstlern, Entwicklungshelfern und Privatiers. Darunter sind Frauen und Männer von twenty-something bis 50plus – und Menschen aus vielen Ländern dieser Welt. Wenn wir über deren Ziele reden, erscheint das erreichte Ziel bei fast allen schön und einfach vor Augen. Zum Beispiel das fertige Buch, das wir noch schreiben wollen, die florierende Firma, die wir noch aufbauen wollen, der Mastertitel oder die Managerposition, die wir noch erreichen wollen oder das Jahr in Neuseeland, das wir noch realisieren wollen. Geht es jedoch an die Umsetzung, an den Weg zum Ziel und daran, die Gedanken zu strukturieren, die Entscheidungen zu treffen und die entsprechenden Dinge zu machen, wird es auf einmal komplex und oft unklar. Im Coachinggespräch vereinfachen wir dann erst einmal. Wir reduzieren die Komplexität, indem wir anfangen zu sortieren. Das geht ganz gut mit einem simplen Trick:

Der 6-W-Fragen-Trick

Was will ich erreichen – was ist mein Ziel? Warum will ich das erreichen – welches Bedürfnis steht hinter meinem Ziel? Wann fange ich damit an? Wie will ich dabei vorgehen? Wo sehe ich Hindernisse auf dem Weg zum Ziel? Wer kann mir dabei helfen mein Ziel zu erreichen?

Diese sechs einfachen W-Fragen können wir zu unseren ständigen Begleitern machen. Immer dann, wenn wir in eine schwierige Situation geraten, können wir sie als Vereinfachungshelfer nutzen, um Orientierung und mehr Klarheit auf dem Weg zu unseren Zielen zu bekommen.

Mehr Tricks für die Verwirklichung Ihrer Ziele lernen Sie in Verblüffend einfach Ziele erreichen kennen.

"Dein nächstes großes Ding" von Matthew Mockridge

Was kostet es dich aufzuhören?

Deine Idee steht, du gehst den ersten Schritt, Profi-Applaus von der VIP-Tribüne! Unsere Gesellschaft respektiert Menschen, die etwas anfangen und liebt den Moment des ersten Schrittes. Wir feiern den ersten Schultag, den ersten Kuss und die Verlobung, den Beginn des Studiums, die Anmeldung im Fitnessstudio, das neue Jahr und alle Vorsätze. Die weiße Weste ist immer Grund zur Freude. Es geht los, super! Logische Konsequenz: Viele Menschen starten. Traurige Wahrheit: Sehr wenige beenden auch das, was sie gestartet haben.

Nicht jeder macht Abitur, wenige Studenten erhalten einen Abschluss, wenige Ehen halten ewig und schon im März ist das Fitnessstudio wieder halb leer. Warum? Weil das Ergebnis wertvoll ist und sich dieser Wert am Widerstand des Weges zum Ergebnis bemisst. Es gibt nicht viele Ärzte oder Anwälte, weil das Studium eine unglaubliche Bitch ist - daher auch die hohe Bezahlung, die Nachfrage übersteigt das Angebot. Nicht jeder ist fit und muskulös, weil es Zeit und Disziplin kostet, nicht jede Ehe hält ewig, weil eine funktionierende Partnerschaft echte Arbeit bedeutet. Großes Problem: der Zeitpunkt! Menschen hören immer zum falschen Zeitpunkt auf. Geben auf, kurz bevor es interessant wird. Der Marathonläufer hört nicht nach 1 km auf, während er noch den Jubel aus dem Startbereich hört, sondern kurz vor dem Ziel.

Die Lösung lautet ...

... fang nichts an, was du nicht beenden wirst und du sparst dir die investierte Zeit, Aufmerksamkeit, Opportunitätskosten und das geschwächte Durchhaltevermögen. In seinem Buch “The Dip” seziert Seth Godin diesen Gedankengang in fantastische Details. Das Resultat dieses Denkweges ist eine sehr analytische Auseinandersetzung mit deiner Entscheidung, mit etwas aufzuhören. Je später du aufhörst, umso teurer wird es für dich. Fängst du gar nicht erst an, weil du weißt, dass du dein Projekt nicht beenden wirst, ist dein Konto glatt. Je später du aufhörst, umso höher wird dein Defizit. Das große Potential liegt in der unproportionalen Entlohnung, im Moment in dem du ein Projekt zu Ende bringst. Jeder Meter deines Marathons macht dich zu der Person, die im Ziel ankommt und ist unerlässlich, aber die Schampusdusche wartet erst hinter der Ziellinie. Mach dir klar, dass es schwierig wird, dass es nicht sofort funktionieren wird, aber vergiss niemals, dass du durchs Ziel laufen musst, oder in einem Moment aussteigst, indem es nicht teuer ist, deine Idee zu verlassen.

Was wird Dein nächstes großes Ding in 2018?

"Mach es einfach" mit Ilja Grzeskowitz

Wie sieht das bei Ihnen aus, liebe Leserinnen und Leser, wie häufig waren Sie schon in Situationen, in denen Sie gedacht haben: »Da müsste jetzt dringend jemand etwas machen«? Wie häufig hätten Sie etwas gerne geändert, haben sich aber darauf verlassen, dass sich jemand anders schon kümmern wird? Wie häufig waren Sie mit einem bestimmten Bereich Ihres Lebens unzufrieden, haben aber so lange gezögert, bis dann schlussendlich alles beim Alten geblieben ist?

Ich kenne dieses Verhalten aus meiner eigenen Vergangenheit nur zu gut. Ich war ein wahrer Experte darin, die Verantwortung abzugeben und darauf zu hoffen, dass andere schon die richtigen Entscheidungen für mich treffen werden. Doch eines Tages habe ich begriffen, wohin mich diese Haltung geführt hatte, nämlich in ein fremdbestimmtes und von Unzufriedenheit geprägtes Leben. Und es war beileibe nicht leicht, mich aus diesem Verhaltensmuster zu befreien und die volle Verantwortung für sämtliche meiner Ideen, Entscheidungen und Taten zu übernehmen.

Die Welt wartet darauf, bewegt zu werden!

Durch meinen heutigen Beruf habe ich das große Glück, mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt treten und arbeiten zu dürfen. Und unabhängig vom sozialen, wirtschaftlichen oder hierarchischen Status beobachte ich täglich, wie der Großteil dieser Menschen sich mit einer fatalistischen Sicherheit darauf verlässt, dass andere schon für sie entscheiden und die Richtung vorgeben werden. Weil der weitverbreitete Irrglaube vorherrscht, dass man einen Titel, Geld oder die Erlaubnis anderer bräuchte, um erfolgreich Veränderungen anzustoßen. Doch diese Denkweise hat gravierende Auswirkungen, denn schleichend verlernt man dabei, Verantwortung zu übernehmen, sich aktiv zu verändern und das eigene Potenzial in seiner vollen Gänze auszuschöpfen.

Es bricht mir immer wieder das Herz, wenn ich Menschen begegne, die mit einzigartigen Talenten, wundervollen Fähigkeiten und einer großartigen Kreativität gesegnet sind und diese Gaben einfach verkümmern lassen. Und nur falls Sie jetzt denken, dass es nur ein paar Auserwählte sind, die über diese Art von inneren Schätzen verfügen, dann möchte ich Ihnen eine meiner tiefsten Überzeugungen mitteilen: In jedem einzelnen Menschen schlummert ein riesiges Potenzial, das nur darauf wartet, an die Oberfläche befördert und dort genutzt zu werden. Und es spielt keine Rolle, welchen Job Sie gerade ausüben, welchen Titel Sie haben oder von welcher Ausgangsposition Sie starten. Es ist auch nicht von Bedeutung, ob Sie ein erfolgreicher Unternehmer, ein Angestellter im öffentlichen Dienst oder Hausfrau und Mutter sind. Entscheidend ist einzig und allein, ob Sie bereit sind, sich weiterzuentwickeln. Die Welt wartet darauf, bewegt zu werden. Und zwar von Ihnen.

Und jetzt los: Denk nicht drüber nach, sondern Mach es einfach!

"Geht ja doch" von Cordula Nussbaum

Unsere Ziele – die Inseln im Ozean 

Motivation ist eine Energie, die entsteht, wenn wir die uns wichtigen Motive, die uns wichtigen Werte, unsere Talente, Interessen oder Bedürfnisse umsetzen wollen. (...) Ihre Motive und Werte sind zunächst abstrakte, nicht greifbare Begriffe. Denn: Wie wollen Sie »Freiheit« erreichen? Oder »Menschlichkeit «? Oder »Natürlichkeit«? Die Begriffe sind super, weil sie uns auf den richtigen Kurs bringen, weil sie den Korridor auf dem Ozean ausleuchten, weil sie uns in ein bestimmtes Archipel im Meer der Möglichkeiten bringen. 

Jetzt dürfen Sie genauer hinschauen. Sobald wir auf dem glitzernden Korridor lospaddeln, den unsere Sternbilder und Leitsterne in unseren persönlichen Ozean zeichnen, können wir uns überlegen, welche Inseln wir anlaufen wollen. Diese Inseln sind die Fragen nach dem Was: Was kann ich tun, damit ich in meinem Korridor ein Stückchen weiterkomme? Was will ich dort erleben? Was will ich haben? Haben Sie sich schon mal überlegt, was Sie in Ihrem Leben noch alles machen wollen? Einen Marathon laufen? Dem Kollegen sagen, dass er ein Vollidiot ist? Den dauerkranken Mitarbeiter endlich entlassen? Einen Bildhauerkurs belegen? Den Jakobsweg gehen? Ein Buch schreiben? Den Himalaja besteigen? Ihre Enkel in den Arm nehmen? Ein BMW-Fahrertraining in der Arktis? Eine Vinothek aufmachen? Erleben, wie Ihr Sohn Abitur macht? Fragen Sie sich selbst mal bitte zehn Sekunden lang: Was wollen Sie noch gern erleben, tun, lernen, sehen – bevor Sie es nicht mehr können? Zehn – neun – acht – sieben – sechs – fünf – vier – drei – zwei – eins. Schluss. 

Sie wissen es bereits genau? Sehen Ihre attraktiven Inseln vor sich? Dann paddeln Sie los. Jetzt. Sie wissen es noch nicht so genau? Dann machen wir uns jetzt auf die Suche nach den attraktiven Inseln, auf denen Sie mit Ihrem Paddelboot anlanden können – und wollen! 

Typische Fehlannahmen

Sobald wir unseren Korridor sehen, können wir uns konkrete »Ziele « überlegen. Ihre Ziele sind dabei die Inseln, die Sie unterwegs anlaufen können und die Ihnen mit den Früchten, die dort wachsen, Kraft, Energie und Erfahrungen schenken. Und Sie somit unterstützen, weiter in Ihrem Korridor zu paddeln. Inselziele sind Etappen auf Ihrem Weg – und keine Endstation. Und ich glaube, genau hier liegt das Problem, das viele Menschen mit dem Begriff »Ziel« haben.

»Ich will keine Ziele haben!«

Für viele klingt »Ziel« so endgültig, so hehr, so hochgegriffen, und sie meinen, es muss total ausgereift, total konkret, total durchdacht sein. Besonders für kreativ-chaotische Querdenker ist das Wort »Ziel« ziemlich abschreckend. Für sie klingt »Ziel« kalt, berechnend und in Stein gemeißelt. Die meisten verbinden mit »Zielen« kühle Zahlen, Ellenbogenmentalität und werteverachtendes Verhalten. In den Unternehmen werden mehr oder weniger willkürlich Jahres-, Umsatz- und Gewinnziele definiert, Ziele für die Neukundengewinnung und für die Kundenloyalität; und selten machen sich Manager die Mühe, hinter den Zahlen die Menschen zu sehen oder langfristig zu denken. Schnelle Gewinne, kurzes Schielen auf den Shareholder- Value eines Geschäftsjahres – Hauptsache, die Jahresziele sind erreicht. Egal, dass man dafür 5000 Mitarbeiter entlassen musste.

Ersetzen Sie das Wort »Ziel« durch ein für Sie positiv klingendes Wort, und machen Sie damit einen großen Korridor auf, auf dem Sie erfolgreich sein können. »Ich habe eine Vision, kein Ziel«, sagte mir eine Coachingklientin, eine etablierte Rechtsanwältin, die ihre Kanzlei verkauft und nun eine Bildhauer-Werkstatt eröffnet hat. Sie verkauft ihre Werke sehr erfolgreich und unterrichtet zudem auch noch. Je kreativ-chaotischer Sie sind, desto mehr engen konkrete Ziele Sie ein, und deshalb legen sich der Informationssammler, der Ideensprudler oder der Unterstützer nicht gerne fest. Das ist in Ordnung, wenn Sie zufrieden in einem Archipel paddeln. Es kann Sie aber bremsen, wenn Sie nicht zumindest wissen, ob Sie lieber eine Eis-Insel in der Arktis ansteuern wollen oder eine Kokosnuss-Insel in den Tropen. Oder welche Insel zuerst. Wenn Sie sich gar nicht festlegen, dann kann es passieren, dass gar nichts passiert. 

Mehr zu Ihren persönlichen Inseln erfahren Sie in Geht ja doch!