Stefan Merath im Interview

Bestseller-Autor und Unternehmercoach Stefan Merath ist mal wieder ein Geniestreich gelungen:
Mit Dein Wille geschehe hat er das erste und bislang einzige Führungsbuch speziell für Unternehmer geschrieben. Im Interview erzählt er von der Entstehung seines neuen Buches, welche Rolle es in der "Unternehmer-Trilogie" einnimmt und worauf wir uns in Zukunft freuen dürfen.

Stefan, was war der Grund dafür, sechs Jahre nach deinem letzten Buch “Die Kunst seine Kunden zu lieben“ wieder den Stift in die Hand zu nehmen und “Dein Wille geschehe“ zu schreiben?

Nun, in meinen bisherigen Büchern hat die Unterscheidung zwischen Fachkraft, Manager und Unternehmer ja immer eine sehr wichtige Rolle gespielt. Wenn ich aber hingehe und sage, dass es deutliche Unterschiede zwischen Managern und Unternehmern gibt, ergibt sich dadurch zwangsläufig, dass die beiden auch unterschiedliche Führungsaufgaben wahrnehmen. Da ist mir aufgefallen, dass es noch gar kein Führungsbuch gibt, das sich explizit nur an Selbständige und Unternehmer richtet.

Ist die Essenz von “Dein Wille geschehe“ also, dass Unternehmer anders führen müssen als Manager?

Ja, Unternehmer müssen definitiv anders führen als Manager. Während sich der Manager zum Beispiel um das Management von Projekten kümmert, ist es ja das Ziel des Unternehmers Visionen zu entwickeln, diese anschließend bei den Mitarbeitern zu verankern und zum Wirken zu bringen. Beide müssen also Führung ganz unterschiedlich angehen. Es gibt aber auch noch einen weiteren, ganz essenziellen Ansatz in meinem Buch. Die meisten Führungsbücher auf dem Markt lehren nur Methoden. Wie mache ich ein Jahreszielgespräch oder wie stelle ich Leute ein. Das ist schön und gut, aber dahinter steckt ein falscher Gedankengang. Diese Ideen gehen davon aus, dass dieselben Methoden bei unterschiedlichen Menschen immer zu den gleichen Ergebnissen führen. Das ist aber in der Realität nie der Fall. Wenn ich unterschiedlichen Unternehmern die gleiche Methode an die Hand gebe, kommen am Ende trotzdem unterschiedliche Ergebnisse heraus. Der zentrale Ansatz liegt für mich deswegen darin, mich stärker um den Führenden als um die Methoden zu kümmern.

Welche Verbindung gibt es denn zu deinen beiden Vorgängerbüchern? Gibt es hier vielleicht sogar eine thematische Entwicklung?

In meinem ersten Buch “Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ ging es ja um das eigene Selbstverständnis des Unternehmers – insbesondere die Unterscheidung zwischen Fachkraft, Manager und Unternehmer. Hier wurde geklärt, was eigentlich die Aufgaben eines Unternehmers sind. Dies bildet die Grundlage, um überhaupt an sich als Unternehmer arbeiten zu können. Wenn Unternehmer dann gelernt haben, sich von ihren Fachkraftaufgaben zu lösen, stehen sie aber schon bald vor einem neuen Problem. Jetzt sind es die Anforderungen der Kunden, denen man stets gerecht werden möchte, die dafür sorgen, dass man schon bald den Fokus verliert und so gut wie alles für seine Kunden produziert. Dieser Bauchladen sorgt schon bald für ein Riesenchaos in der Firma und der Unternehmer merkt, dass er einen klaren Fokus und eine überzeugende Strategie benötigt. In “Die Kunst seine Kunden zu lieben“ bin ich deswegen der Frage nachgegangen, wie ich mein Unternehmen strategisch richtig ausrichte. Allerdings unter einem ganz bestimmten Aspekt, nämlich wieder der Unternehmerpersönlichkeit. Die Strategie auf dem Papier interessiert mich nicht, viel wichtiger ist die Strategie, die der Unternehmer nachher wirklich verfolgt und umsetzt. Und das hat immer etwas mit dem Führenden zu tun, nicht mit trockenen Strategiepapieren.

Wenn ich mir als Unternehmer nun über meine Rolle und meine Strategie bewusst bin, fehlt aber noch der nächste Schritt: die Mitarbeiter mitzunehmen. So lande ich automatisch beim Thema Führung und auch hier beschäftige ich mich wieder explizit mit dem Thema der Unternehmerpersönlichkeit. Dies ist der rote Faden, der meine Bücher durchzieht, kombiniert mit einer thematischen Entwicklung vom Selbstverständnis des Unternehmers über die Strategie bis hin zur Führung. Meine “Bücher-Trilogie“ kann man also als eine umfassende Persönlichkeitsschulung für Unternehmer verstehen.   

Und wann folgt der nächste Streich?

Jetzt erscheint erst einmal Ende September “Dein Wille Geschehe“ als Hörbuch. Ein weiteres Buch wird es dagegen sicher nicht vor 2023 geben, denn ich bin kein Freund von Schnellschüssen. Es gibt viel zu viele Bücher, die nur die Inhalte anderer Bücher wiederholen – das entspricht nicht meinem Anspruch an mich selbst. Eines kann ich aber jetzt schon verraten: das neue Buch wird sich intensiv dem Thema “innere Freiheit“ widmen. Da ich aber mit jedem Buch neue Ideen und Ansätze liefern möchte, muss ich erst einmal selbst neue Erfahrungen sammeln, so wie zum Beispiel diesen Sommer bei einem mehrwöchigen Führungsseminar, welches ich am Grand Canyon veranstalte. Dieser Lernprozess ist zeitaufwendig, aber eben zwingend notwendig, wenn man seinen Lesern einen wirklichen Mehrwert bieten möchte.

Vielen Dank für das Gespräch!