Gute Laune an jedem Arbeitstag

Gute Laune ist klasse, klar! Aber wie können wir sie auf der Arbeit anlocken, wenn doch schon die Gesamtsituation nicht stimmt? Der Chef, die Kollegen etc.? Und was, wenn trotz aller Bemühungen mal schlechte Laune Einzug hält? Diese Fragen beantwortet Dörthe Huth bereits im folgenden Auszug aus Gute Laune an jedem Arbeitstag.

Gute Laune für ein gutes Leben

Allzu oft vergessen wir, dass wir selbst für unsere Stimmung verantwortlich sind. Häufig genug lassen wir uns von unseren Mitmenschen, den Ereignissen oder Sorgen und Befürchtungen einfach mitreißen. Der griesgrämige Gesichtsausdruck des Kollegen lässt das Stimmungsbarometer ebenso in den Keller sinken, wie der übelgelaunte Chef oder der nörgelige Kunde. Man schaut morgens aus dem Fenster, sieht auf den Nieselregen und denkt sich: „Der Tag ist bereits am Morgen gelaufen.“. Sinkt das Gute-Laune-Barometer, sollten wir uns immer wieder einmal vor Augen halten, dass wir selbst etwas dafür tun können, dass sich die Stimmung wieder hebt. Jeder von uns entscheidet selbst, ob er gute oder schlechte Laune haben möchte. Wir können der schlechten Laune nämlich durchaus etwas entgegensetzen, indem wir gegensteuern.

All das, was gut funktioniert, nehmen wir häufig als selbstverständlich wahr. Wir achten auf das, was in der Firma nicht funktioniert, welche Arbeitsabläufe fehlerhaft sind, was uns an Kollegen nervt, was der Chef alles falsch macht, oder womit wir uns unwohl fühlen. Es gibt wohl keinen Arbeitsplatz, der nur schlechte Seiten hat, schließlich können wir allem auch etwas Positives abgewinnen.

Allein durch den Wechsel der Perspektive weg vom Defizitdenken hin zum positiven können wir uns selbst neu ausrichten. Wir entwickeln uns in die Richtung, in die wir schauen. Suchen Sie daher nach dem Guten in ihrem Arbeitsalltag.

Haltestelle

In der Regel fragen wir: Was funktioniert hier am Arbeitsplatz nicht? Was passiert hier nicht? Oder eelche Chance habe ich hier nicht? Jede dieser Fragen führt uns in eine eher negative Denkrichtung.

Versuchen Sie es doch einmal anders herum. Fragen Sie konstruktiv positiv:

- Was bietet mir dieses Unternehmen?

- An welchen Stellen ist die Zusammenarbeit gut?

- Wo erlebe ich Kollegialität oder Unterstützung durch den Chef oder die Firma?

- Was hält mich hier?

- Welche Chancen kann ich hier wahrnehmen?

- Welchen Sinn macht eine Tätigkeit?

- Welche Chancen habe ich in diesem Betrieb?

- Inwieweit lohnt sich mein Einsatz und Engagement?

Auch schlechte Laune hat ihre Vorzüge

Ein Gutgelaunter hat es gut. Gute Laune ist Balsam für die Seele, das Leben ist bunter, schöner und besser. Leider entgeht aber denjenigen, die niemals schlechtgelaunt sind, auch eine ganze Menge. Schlechte Laune gehört zum Leben ebenso dazu, wie Misserfolge, Ärger und Frustrationen – und auf der anderen Seite Liebe, Freude und Glück.

Sicher kennt das jeder, da betritt jemand den Raum und die Stimmung wird auf einmal frostig. Jedem Anwesenden ist sofort klar, dass man diese Person besser in Ruhe lässt, oder dass man in der Konsequenz eventuell einen Querschläger abbekommt. Es gibt Menschen, die können das Klima allein durch ihre Präsenz vergiften. Die miese Stimmung überträgt sich direkt auf die anderen Anwesenden. Schlecht gelaunte Menschen können anderen die gute Stimmung schnell vermiesen. Auf der Arbeit reicht häufig schon ein Miesepeter, um alle anderen in Deckung gehen zu lassen. Einige schaffen es sogar, bei anderen Motivation, Kreativität und Freude an der Arbeit ganz versiegen zu lassen.

Forscher der University of Florida haben nachgewiesen, dass Menschen, die am Arbeitsplatz mit unfreundlichem Verhalten konfrontiert sind, sich davon anstecken lassen und es auch weitergeben.

In der Studie wurden 90 Doktoranden beobachtet, die mit Kommilitonen verhandelten. Dabei wurde beobachtet, dass diejenigen, die ihren Gesprächspartner als „unfreundlich“ bewertet haben, häufiger vom nachfolgenden Gesprächspartner selbst als unfreundlich eingeschätzt wurden.

Wer die richtige Laune zur rechten Zeit bekommt, ist klar im Vorteil. Was nutzt die gute Laune dem nettesten Menschen, wenn er sich das Büro mit einem Stinkstiefel teilen muss?

Es gibt eben auch Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Wer sich damit arrangieren kann und sich den Umständen flexibel anpasst, dessen Gute-Laune-Barometer steigt auch gleich wieder. Wenn wir auch negative Stimmungen als „ganz normal" betrachten, kann das Leben entspannter sein. Erst die Wechsel zwischen Sonne und Regen machen die eigentliche Würze des Lebens aus.

Die Autorin

Dörthe Huth vermittelt in ihren Büchern ganzheitliche Lebenskunst auf leicht verständliche Weise und lädt zum Loslassen, Querdenken und Neudefinieren ein. Sie hat Germanistik, Psychologie und Computerlinguistik studiert und ist seit 2001 als Autorin, Coach und Heilpraktikerin (Psychotherapie) tätig. Dörthe Huth ist Mitglied im Verband freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker (Psychotherapie) und Psychologischer Berater e.V. (VfP) sowie im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS). Die Autorin lebt mit ihrer Familie im idyllischen Dorsten an der Lippe.